Kleine Geschichte der Totenzettel

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Kleine Geschichte der Totenzettel

Sie sind ein wenig aus der Mode gekommen, dabei kann man sie heute im Computerzeitalter auch leicht selber herstellen: Totenzettel. Die Idee kommt wie der Cookie aus den Niederlanden und wurde dort zum Ende des 17.Jahrhunderts immer populärer. So wie heute die Computer machten es damals die sich immer mehr verbreitenden Druckerpressen möglich. Und die dort lebenden freien Bürger, die des Schreibens und Lebens mächtig waren. Denn die ersten Totenzettel waren handgeschrieben. Der Brauch setzte sich in den Städten durch, nicht aber auf dem Land mit seinen Leibeigenen. Die übersetzt “Bittdrucke” bezeichneten Zettel wurden rund um den Tod eines geliebten Menschen an dessen Angehörige verteilt und enthielten gute Wünsche fürs Jenseits und die Aufforderung für ihn zu beten.

Aus den Totenzetteln wurde erst Totenbilder oder Sterbebilder, als man begann die Rückseite mit Heiligen- oder Andachtsbildchen zu versehen.

Nach der Erfindung der Fotografie, findet man auf vielen Sterbezetteln auch eine Abbildung des Verstorbenen. Sie enthielten neben den Daten des Verstorbenen vor allem auch die schriftliche Bitte, dass der Leser für das Seelenheil des Dahingegangenen beten solle. In dieser Bitte um Gebete für den Verstorbenen lag einst die wahre Bedeutung und das Besondere der Totenzettel.

Totenzettel enthalten in der Regel den Namen, das Geburts- und Sterbedatum, den Geburts- und Sterbeort des Verstorbenen. Oft gibt es Hinweise auf den Beruf, den Lebensverlauf, die Familie mit Ehepartner und Kindern sowie die Todesursache. Auch besondere Auszeichnungen und Ehrungen können aufgeführt sein. Das kommt aus der Zeit, als die Zettel in Deutschland während der Kriege von 1866 und 1870/71 bekannt wurden. Die Totenzettel waren somit einer der ersten neuen Bräuche des sich vereinigenden deutschen Reiches. Allerdings wurde dieser Brauch vor allem in katholisch geprägten Regionen geprägt.

Überblick

  • Das Brauchtum der Verteilung von Totenzettel entwickelte sich während der Gegenreformation im 17.Jahrhundert im Gebiet des heutigen Belgien und der Niederlande. Dortige Quellen geben das Jahr 1668 als das Entstehungsjahr für die ersten Totenzettel (Bidprendtjes)  an.
  • Es waren zuerst handbeschriebene Einzelblätter aus Pergament oder Papier auf denen, neben dem Namen des Verstorbenen, der Todeszeitpunkt mit Datum und Uhrzeit, die Bitte ausgesprochen wurde für das Seelenheil des Dahingegangenen zu beten. Mit dem Totenzettel wurden aus christlicher Sicht zwei verschiedene aber ineinander greifende Ziele abgedeckt. Es waren dies die Sicherung des Seelenheils des Verstorbenen und die Erinnerung an ihn.
  • Ab dem Jahr 1670 kennt man aus Amsterdam auch Bidprendtjes in gedruckter Form. Wenig später kamen dann auch vorgedruckte Exemplare auf, in die der Name und die Daten des Toten handschriftlich eingetragen wurden.
  • In erster Linie waren es die höheren Stände, der Adel und der Klerus sowie der gehobene Mittelstand, der diese Bidprendtjes schreiben bzw. drucken ließ.
  • Ab der Zeit um 1730 nutzte man immer öfters die Rückseite von Andachts- und Heiligenbildern um darauf die notwendigen Eintragungen für ein Bitprendtjes vorzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt lässt sich durchaus die Bezeichnung Sterbebild(chen) für den Totenzettel anwenden.
  • Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war diese Sitte, die Verteilung von Totenzettel, -bildchen, weitgehendst auf den erweiterten Raum um Amsterdam beschränkt.
  • Erst nach der französischen Revolution, gegen Ende des 18. Jahrhundert, verbreitetet sich dieser katholische Brauch im gesamten niederländischen Raum.

Totenzettel verbreiten sich

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts drang diese Gepflogenheit, der Ausgabe von Totenzettel, über die bisherigen Grenzen hinaus, in die Gebiete Europas vor, deren Bevölkerung überwiegend dem katholischen Glaubens angehörten. Nach Süden über Frankreich bis Italien, über Deutschland nach Österreich. Auch nach Übersee, über den Kanal nach Irland und mit den Auswanderern in die Gebiete der USA und dem französischen Kanada.

Auf deutschem Gebiet entfaltete sich der Brauch nach den gleichen Regeln. Von Nordwesten entlang den Landstrichen mit überwiegend katholischer Einwohner nach dem Süden. Über das niederrheinische Gebiet nach Westfalen, dem Rheinland, nach Hessen, der Pfalz, nach Baden und Württemberg und Bayern. Um das Jahr 1840 etwa, werden so auch Totenzettel in Bayern, Tirol und Österreich bekannt.

Von evangelischer Seite wurde der Brauch weitgehendst abgelehnt, so dass eine Ausdehnung nach dem Norden und Osten des damaligen Deutschland fast gänzlich unterblieb.

Wie ursprünglich in den Niederlanden, so waren es in den ersten Jahren auch in Deutschland vor allem der Adel, der Klerus und das gehobenere Bürgertum sowie reichere Großbauern, die für Ihre Verstorbene Totenzettel drucken ließen.

Einen wesentlichen Anstoß zur allgemeinen Verbreitung des Brauches der Verteilung erfuhren die Totenzettel in Deutschland durch die Kriege 1866, 1870/71 und dem ersten Weltkrieg 1914/18. Viele junge Männer hatten auf den Schlachtfeldern fern der Heimat ihr Leben verloren. Eine Überführung der Toten zur Beerdigung auf den heimatlichen Friedhof, wie es heute geschieht, war damals nicht möglich. So blieb den Angehörigen zu Hause nur der gedruckte Totenzettel, zum Teil mit einem Bild des Gefallenen versehen, als Gedenk- und Erinnerungsstück zurück und trug damit nicht unerheblich dazu bei, dass man das Sterbebild heute immer mehr als Erinnerungsbild betrachtet.

(zitiert nach http://wiki-de.genealogy.net/Totenzettel)

Verschiedene Bezeichnungen für den Totenzettel

Bidprendtjes – im Gebiet der heutigen Niederlande

Totenzettel – im Rheinland,

Sterbebildchen – in Bayern

Partezettel – in Österreich. Parte bedeutet Todesanzeige, leitet sich vom französischen “faire part” ab (= mitteilen).

Leidzettel – in der Schweiz. Auch unter der Bezeichnung Trauerzettel bekannt.

obituary – englisch. Sie werden oft in Tageszeitungen abgedruckt.

Mehr

Sammlung von Totenzetteln

 

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Michael Zaumseil
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Norbert Stolpmann
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Adriana Alvarez-Arminkova
Adriana Alvarez-Arminkova
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