Die Seebestattung ist eine relativ junge Bestattungsform. Seit 1934 gibt es in Deutschland die Seebestattung. Vorausgehend ist eine Feuerbestattung. Die Asche wird dann in einer spezielle Seeurne (diese löst sich im Wasser auf) außerhalb der Dreimeilenzone (das entspricht etwa 5,5 km) im Wasser beigesetzt. Die Hinterbliebenen erhalten später einen Auszug aus dem Logbuch, in dem die Koordinaten der Beisetzungsstelle auf See vermerkt sind.

Eine Trauerfeier kann noch in Berlin vor der Kremierung, also am Sarg stattfinden oder nach der Kremierung an der Urne. Eine Trauerfeier (die feierliche Abschiednahme) kann auch direkt zur Seebestattung auf dem Schiff durchgeführt werden. In der Regel können Seebestattungen in der Ostsee, Nordsee, Atlantik oder jedem anderen Meer erfolgen.

Das Meer als Grab

Einige Hinterbliebene vermissen bei der Seebestattung einen örtlichen Bezugspunkt. Wie soll die weite See als Grab eines Einzelnen definiert werden, an welchen Ort kann man zurückkehren, um seine Trauerarbeit leisten zu können? Anhänger der Seebestattung sehen das Wasser als universales Medium (Lebenselixier), das es den Hinterbliebenen erlaubt, allerorts mit der Trauer und dem Gedenken umzugehen.

So gibt es Trauerfahrten zu den Beisetzungsplätzen in Nordsee und Ostsee. Es gibt es auch Gedenkstätten am Ufer der Meere, z. B. in Lübeck-Travemünde am Brodtener Ufer oder in Wilhelmshaven mit der „Erinnerungsstätte Seefrieden“ am Rüstringer Berg. Sammelgedenkfeiern finden statt, wie z. B. am Marine-Denkmal in Laboe. Seebestattungsreedereien bieten, meist nach vorheriger Anmeldung, Fahrten zu den Koordinaten einer früheren Seebestattung an. So können die Angehörigen vor Ort Abschied nehmen oder trauern. Es wird geraten vor der Entscheidung für eine Seebestattungsreederei nach Möglichkeiten und Kosten einer Gedenkfahrt zu fragen, wenn regelmäßige und kostengünstige Besuche des Seegrabes geplant sind.

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